Erschaffen von Geld aus dem Nichts? Für aufmerksame Beobachter unseres Geldsystems ist das nichts Neues mehr. Banken erschaffen tatsächlich Geld aus dem Nichts per Knopfdruck. Und zwar immer dann, wenn ein neuer Kredit ausbezahlt wird – Darlehenskonto minus und Girokonto plus. Die Geldmenge wurde in diesem Moment wieder einmal erhöht. Mehr dazu zu unserem zweiteiligen Artikel Unser Geldsystem – Erstaunliche Fakten, die kaum einer kennt.

Klar ist natürlich auch, dass mit der Rückzahlung von Krediten die Geldmenge wieder sinkt. Jedoch gibt es hierbei ein ganz großes Problem: Der größte Kreditnehmer (= Schuldenmacher) ist der Staat. Und bekanntlich zahlen Staaten ihre Schulden nie zurück. Auslaufende Kredite werden lediglich neu finanziert.

Hierbei kommt in Deutschland die BRD – Finanzagentur GmbH ins Spiel, deren Aufgabe laut Wikipedia folgende ist:

Gegründet als Finanzdienstleistungsunternehmen im Eigentum der BRD.
Geschäftszweck: „Die bundeseigene Gesellschaft erfüllt Aufgaben bei der Haushalts- und Kassenfinanzierung des Bundes und seiner Sondervermögen. Sie stellt damit sicher, dass ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind, um die im Bundeshaushaltsplan festgeschriebenen Ausgaben, die die Steuereinnahmen übersteigen, bestreiten und fällig werdende Kredite pünktlich tilgen zu können.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrepublik_Deutschland_%E2%80%93_Finanzagentur_GmbH

Um ausreichend finanzielle Mittel zu beschaffen, bedient sich dieses Finanzdienstleistungsunternehmen regelmäßig am Kapitalmarkt, in dem sie beispielsweise Bundesanleihen unterschiedlicher Laufzeiten ausgibt.

Bisher war die Platzierung von neuen Bundespapieren nie ein Problem. Doch in den letzten Monaten scheint sich da etwas geändert zu haben – ein Phänomen, das übrigens nicht nur Deutschland betrifft …

Deutsche Bundespapiere nicht mehr so gefragt wie früher

Beispielsweise versuchte am 8. Juli 2026 die BRD – Finanzagentur GmbH, Bundesanleihen (also neue Schulden des Bundes) im Volumen von sechs Milliarden Euro am Kapitalmarkt zu platzieren.

Allerdings konnten lediglich Gebote in Höhe von knapp über vier Milliarden Euro eingesammelt werden. In der Vergangenheit waren solche Auktionen regelmäßig deutlich – teilweise bis zum Dreifachen – überzeichnet.

Ein ausführlicher und sehr lesenswerter Artikel zu dieser dramatischen Entwicklung findet sich auf dem unabhängigen Journalistenportal Tichys Einblick.

Die Gründe für das schwache Interesse sind vielschichtig und lassen sich vor allem auf folgende Faktoren zurückführen:

  • Das Emissionsvolumen ist seit 2022 um fast 30 Prozent auf über 500 Milliarden Euro gestiegen.
  • Der angebotene Zinssatz war bei dieser Auktion zu niedrig.
  • Deutsche Staatsanleihen haben ihren Status als „risikofreie“ Anlage durch die aktuelle Politik- und Wirtschaftslage eingebüßt.

Die Finanzagentur könnte natürlich gegensteuern, indem sie bei künftigen Auktionen höhere Zinsen bietet. Allerdings würde dies den Bundeshaushalt noch stärker belasten, als ohnehin schon. Bereits in diesem Jahr liegen die Zinszahlungen bei über 30 Milliarden Euro.

Hinzu kommt, dass die Zinsbelastung durch die Refinanzierung alter Schulden bis 2030 laut Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft mindestens auf das Doppelte steigen wird!

Mögliche Folgen für das Geldsystem

Zu dieser bedenklichen Entwicklung tauchen natürlich eine Vielzahl von Fragen auf, wie beispielsweise folgende:

  • Was passiert, wenn die Aufnahme neuer Schulden bzw. die Refinanzierung auslaufender Bundespapiere immer schwieriger wird aufgrund fehlender Abnehmer?
  • Können Gläubiger (Anmerkung: die größten Gläubiger sind Banken und Versicherungen) von noch laufenden Bundesanleihen dann noch auf die Rückzahlung ihres Geldes vertrauen, wenn die Papiere ablaufen?
  • Welche Konsequenzen könnte es für diese Gläubiger geben, wenn auslaufende Bundespapiere nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt werden?
  • Müssten gerade Banken und Versicherungen nicht mehr oder weniger zwangsweise neue Bundespapiere zeichnen, nur damit dieses Finanzierungsmodell weiterlaufen kann? Und wenn ja, wieso tun sie das nicht mehr wie bisher in einem ausreichenden Maße?
  • Was passiert in einem solchen Fall mit dem Euro, wenn insbesondere deutsche Staatsanleihen ihren Status als sichere Geldanlage verliert?

Für uns sind das klare Warnzeichen, dass unser jetziges Schuldgeldsystem an seinem Ende angekommen ist.

Wir werden zwar erst im Rückblick erkennen, welcher Dominostein das gesamte System letztlich zum Kippen gebracht hat. Doch viele Steine sind bereits gefallen.

Wer sich vor den möglichen Gefahren dieser Entwicklung bestmöglich schützen möchte, der kommt an echten und nur begrenzt verfügbaren Werten nicht vorbei. Und das ist eine historische Tatsache!