Wenn die Rohstoffversorgung zur Waffe wird
Leider eskalieren nicht nur auf den militärischen Schlachtfeldern die Konflikte. Auch im seit Jahren andauernden Handelskrieg zwischen China und den USA – bei dem die EU häufig im Schlepptau hängt – nehmen die Auseinandersetzungen immer weiter zu.
Besonders kreativ zeigt sich China beim Einsatz neuer „Waffen“ und Strategien.
Dass das Reich der Mitte dabei seine wertvolle Rohstoffkarte bereits vor Jahren auszuspielen begann, war zu erwarten. Die Art und Weise, wie es dies bei einzelnen Rohstoffen tut, überrascht westliche Experten jedoch immer wieder.
Ein besonders markantes Beispiel war die Entscheidung Chinas im Oktober 2025, Silber offiziell als strategischen Rohstoff einzustufen und Exportkontrollen einzuführen.
Während Metalle wie Germanium, Gallium und Wolfram zeitweise (Ende 2024 bis November 2025) sogar einem kompletten Exportverbot in die USA unterlagen – aktuell bis November 2026 ausgesetzt –, steht reines Indium bis dato noch nicht auf dieser Liste.
Lediglich bestimmte Verbindungen wie das für die KI-Industrie unverzichtbare Indiumphosphid unterliegen bereits strengen Exportkontrollen. China überwacht dabei genau, wohin das Material geliefert wird und wofür es verwendet werden soll.
Lediglich bei einzelnen Verbindungen wie das für die KI-Industrie so wertvolle Indiumphosphid unterliegt aktuell den strengen Exportkontrollen Chinas, die ganz genau wissen wollen, wohin und für welchen Zweck diese Verbindung exportiert wird.
Dreht China auch bei Indium den Hahn zu?
Laut Berichten von Reuters mehren sich Hinweise europäischer Indium-Käufer, dass die chinesischen Zollbehörden die Kontrollen beim Export von reinem Indium deutlich verschärft haben (Quelle: wallstreet-online.de).
Derzeit führt dies nur zu kleineren Lieferverzögerungen. In Fachkreisen wird jedoch schon spekuliert, dass China auch Indium bald auf die Liste der Metalle mit offiziellen Exportkontrollen setzen könnte.
Strategisch wäre ein solcher Schritt für China sinvoll. Denn Indiumphosphid ist ein essenzieller Rohstoff für optoelektronische Bauteile und optischen High-Speed-Chips in modernen KI-Rechenzentren und kann derzeit durch kein anderes Material ersetzt werden.

Erschwerend kommt für die westliche Welt hinzu, dass das Reich der Mitte mittlerweile etwa 70 Prozent der weltweiter Indium-Produktion kontrolliert.
China setzt diese Rohstoffmacht gezielt ein. Nach Germanium, Gallium und selbst bei dem bisher wenig beachteten Molybdän (seit Frühjahr 2026) mehren sich die Hinweise, dass weitere kritische Metalle folgen könnten.
Experten sprechen inzwischen offen von einer systematischen „Resource Statecraft“ – der bewussten Nutzung von Rohstoffabhängigkeiten als geopolitisches Druckmittel.
Westliche Antwort auf Chinas Rohstoff-Dominanz
Die USA und die EU beobachten diese Entwicklung mit Sorge und versuchen natürlich gegenzusteuern. Aufgrund der starken Marktdominanz Chinas bei vielen kritischen Rohstoffen ist es jedoch äußerst schwierig, diese Abhängigkeit kurzfristig zu reduzieren.
Finanzielle Förderprogramme allein reichen dabei nicht aus – der entscheidende Faktor ist Zeit.
Allein der Aufbau neuer, zuverlässiger Lieferketten sowie die Reaktivierung eigener Förderung kann in den USA bis zu 15 Jahre dauern (Quelle: gtai.de).
Auch die EU bemüht sich um neue Abkommen mit rohstoffreichen Ländern. Viele dieser Vereinbarungen müssen jedoch erst noch in die Praxis umgesetzt und mit Leben gefüllt werden.
Das grundlegende Problem bleibt allerdings dasselbe: Jahrelang war es bequemer und günstiger, Rohstoffe vor allem aus China zu beziehen. Dadurch kamen eigene Explorations- und Erschließungsbemühungen zu neuen Rohstoffquellen quasi zum Erliegen.
Nun zeigt sich, wie teuer diese Abhängigkeit werden kann.



